< 30. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga, Eintracht Braunschweig gegen SC Freiburg
21.04.2016 17:10 Alter: 2 yrs

31. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga, SC Freiburg gegen MSV Duisburg

Freitag, 22. April 2016, 18.30 Uhr Schwarzwald-Stadion, Freiburg SC Freiburg - MSV Duisburg


Das Vorspiel

 

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel… Am Dienstagmorgen, noch in Braunschweig im Hotel, verfasste ich meine Kolumne „SC INTEAM“ für die Wochenzeitungen am Oberrhein. Hier folgt sie im Wortlaut:

 

SC INTEAM

 

Nachdem sich die Aufregung über das Tor zum 2:2-Ausgleich in  Braunschweig durch Marc-Oliver Kempf in buchstäblich letzter Sekunde und über die äußerst mäßige Gesamtleistung des SC Freiburg im Eintracht-Stadion gelegt hat, bleibt sachlich zu konstatieren: Der Sport-Club hat am 30. Spieltag nicht nur außerordentliche mentale Stärke bewiesen, sondern auch als einzige Mannschaft der „Top 3“ gepunktet: Während Topfavorit Leipzig das Heimspiel gegen Sandhausen beinahe schon sensationell mit 0:1 in den „Sand“ setzte, verlor der 1. FC Nürnberg mit 2:1 beim Karlsruher SC. In der Konsequenz könnte der SC Freiburg sein Ziel, Wiederaufstieg in die Bundesliga, eventuell schon am kommenden Wochenende erreichen. Voraussetzung dafür wäre ein Heimsieg am Freitag, 22. April, gegen Schlusslicht MSV Duisburg (Anstoß: 18.30 Uhr) und eine Niederlage des Tabellendritten Nürnberg, einen Tag später, am Samstag, 23. April, gegen Union Berlin (Anstoß: 13 Uhr). Der fünfte Aufstieg des SC Freiburg in die Bundesliga wäre dann einer am Bildschirm oder am Radiogerät, denn am Samstag greift der SC ja nicht selbst ins Geschehen ein. Realistischer scheint, dass die vierte Rückkehr ins Oberhaus, analog zu den Wiederaufstiegen in Wattenscheid, Burghausen und Koblenz, auch dieses Mal auf fremdem Platz gelingen könnte. Viele Fans spekulieren darauf, dass der entscheidende Schritt am Freitag, 29. April, in Paderborn (Anstoß: 18.30 Uhr) in trockene Tücher gebracht wird. Unabhängig vom weiteren Abschneiden des Konkurrenten Nürnberg würden Freiburger Siege gegen die Abstiegskandidaten Duisburg und Paderborn dafür ausreichen. Aber Vorsicht ist geboten, denn sowohl die „Zebras“ vom MSV als auch der SC Paderborn haben just zum Saisonfinale zu neuer Stärke gefunden und konnten zuletzt unerwartete Siege einfahren. Für beide ist der Klassenerhalt jetzt wieder eine realistische Möglichkeit und der SC Freiburg muss höllisch aufpassen, aus der klaren Favoritenstellung heraus nicht in eine Stolperfalle zu tappen. Fest steht: Gegen Duisburg und in Paderborn wird es nicht leichter als zuletzt in Braunschweig - das Team von Christian Streich wird sich steigern müssen, um die Punkte für einen vorzeitigen Aufstieg gegen diese im sportlichen Überlebenskampf befindlichen Mannschaften einzufahren. Vielleicht bleibt Präsident Fritz Keller deshalb so vorsichtig, wenn er mit einer Entscheidung erst an einem der letzten beiden Spieltage - gegen Heidenheim oder in Berlin - rechnet. Eines steht fest: Spannung und auch die Aufstiegschancen des SC sind vier Spieltage vor Saisonschluss riesengroß. Am Ziel ist die Mannschaft aber noch nicht. (Zitatende)

 

Dann kamen Heimfahrt, die notwendige Erholung am freien Mittwoch und so weiter. Ein Anruf von baden.fm-Geschäftsführer Christian Noll riss mich am Donnerstagmorgen dann aus meiner vom Beine-hoch-Mittwoch noch anhaltenden Lethargie. Hatte ich doch glatt vergessen, mein regelmäßiges Statement für den Business-Newsletter des SC Freiburg an seine Sponsoren zu verfassen. Ich versprach, das schnellstens nachzuholen und formulierte folgenden Text:

 

Abgesehen von der äußerst mäßigen Leistung und des unterschiedlichen emotionalen Umgangs der direkt Beteiligten mit dem Ausgleichstor von Marc-Oliver Kempf in letzter Sekunde, bleibt nüchtern festzustellen: Der SC Freiburg war am 30. Spieltag die einzige Mannschaft der „Top 3“, die punkten konnte. Dadurch baute der SC seine Tabellenführung aus, hat jetzt einen Punkt Vorsprung vor Leipzig und sieben Zähler mehr als Nürnberg. Daraus folgt: Theoretisch ist schon an diesem Wochenende der Aufstieg möglich. Voraussetzung wäre, dass der SC den zuletzt zwei Mal siegreichen MSV Duisburg schlägt und der zuletzt zwei Mal unterlegene 1. FC Nürnberg am Samstag gegen Union Berlin ein drittes Mal patzt. Historisch gesehen gelingen unserem SC Freiburg Wiederaufstiege aber weder im eigenen Stadion, noch auf dem Sofa und auch nicht in Metropolen wie Berlin. Freiburg feierte seine Bundesligarückkehr stets in der Provinz: Wattenscheid, Burghausen und Koblenz lauten  die Orte der Triumphe. Paderborn würde ganz gut in diese Reihe hineinpassen. Da kickt der SC genau eine Woche nach dem Heimspiel gegen Duisburg, am Freitag, 29. Mai. Holt der SC gegen den MSV und in Ostwestfalen so viele Punkte wie Nürnberg gegen Union Berlin und in Braunschweig oder gar mehr, wäre der Aufstieg perfekt. Da man in Freiburg aber nie den zweiten Schritt vor dem ersten macht, gilt die volle Konzentration dem Spiel gegen den MSV Duisburg. Die Trauben gegen die Meidericher hängen etwas höher, seit die Zebras ausgerechnet in Nürnberg in die Erfolgsspur gefunden haben. Es folgte ein 2:1 gegen 1860 München und plötzlich ist der Klassenerhalt für Duisburg wieder möglich. Der MSV wird um jeden Zentimeter Boden kämpfen. Mit der bekannten Heimstärke und dem Publikum im Rücken sollte der SC allerdings, das große Ziel vor Augen, nicht minder kampfbereit ans Werk gehen. Besser kicken können sie sowieso. (Zitatende)

 

Ein Stündchen nach dem Verfassen dieses Business-Letter-Statements fuhr ich auch schon zur Pressekonferenz mit Christian Streich. Die war gewohnt unspektakulär. Auf meine Frage, ob er schon Erklärungen für die schwache erste Halbzeit von Braunschweig habe, verwies der Cheftrainer auf einige in der Anfangsphase des Spiels verlorene Zweikämpfe, die zu Eintracht-Chancen geführt und damit dem Spiel fürs Erste eine gewisse Richtung gegeben hätten. Zudem hätten sich seine Offensivakteure taktisch ungeschickt verhalten und nicht, wie im Vorfeld besprochen, die Räume genutzt, die der Gegner anbietet. Nach dem Doppelschlag zu Beginn der zweiten Halbzeit sei sein Team eigentlich aus dem Rennen gewesen, es zeige aber die ausgezeichnete Moral und den Ehrgeiz seiner Mannschaft, dass sie sich gegen die drohende Niederlage gewehrt habe. Spätestens nach dem Anschlusstreffer von Nils Petersen in der 70. Minute habe sie dann auch vieles von dem gezeigt, was sie sich von Anfang an vorgenommen hatte, habe deutlich mehr Zweikämpfe gewonnen und die sich bietenden Räume geschickt genutzt. Die Halbzeitansprache, Zurufe von außen und die dringenden Hinweise an die eingewechselten Spieler (Philipp, Mujdza und Nielsen) hätten zu den Korrekturen mit beigetragen – so in meinen Worten die Zusammenfassung des Trainerstatements.

Vor dem MSV Duisburg hat Streich viel Respekt. Der Sieg in Nürnberg sei verdient gewesen und die Duisburger würden überhaupt nicht spielen wie ein Tabellenletzter betonte Streich, der die Beharrlichkeit und den Fleiß des morgigen Gegners lobte, die sich so eine realistische Chance für den Klassenerhalt zurückerkämpft hätten.

 

Personell ließ Christian Streich natürlich keine Pläne durchblicken. Also versuche ich mal die heiklen Positionen zu klären – viele sind es nicht:

In der Viererkette hatte der junge Pascal Stenzel in Braunschweig einen „gebrauchten“ Tag. Vor dem 2:0 für Eintracht sah er ganz schlecht aus und hatte auch sonst so seine Probleme auf der rechten Seite. Menzur Mujdza, immerhin aktueller A-Nationalspieler für Bosnien-Herzegowina, kam und spielte weitgehend fehlerfrei. Gönnt Streich dem Youngster eine Pause und vertraut dem Routinier oder verzeiht er auch in dieser entscheidenden Saisonphase Fehler und vertraut dem 20-jährigen Megatalent erneut von Beginn an? Streich einigermaßen kennend vermute ich Zweiteres. Die Situation erinnert mich an den Sommer 1994. Der völlig unbekannte Neuzugang Jörg Heinrich, ein junger Spund aus dem Osten, verbockte auswärts in Karlsruhe das Spiel und stand in der öffentlichen Kritik. Sein Trainer, Volker Finke, brachte Heinrich auch im nächsten Spiel in der Startelf. Der junge Blondschopf spielte beim 5:1 gegen Bayern München überragend, war aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken und wurde schon bald in die Deutsche Nationalmannschaft berufen. Doch, ich glaube Streich vertraut weiter auf das große Talent von Stenzel und lässt ihn spielen. Auch der Aussetzer von Torrejon, der zum 1:0 für Braunschweig führte, wird für den wuchtigen spanischen Innenverteidiger ohne Folgen bleiben – da bin ich sogar sicher. In der

Offensive sehe ich Flo Niederlechner ein bisschen wackeln. Er sei in Braunschweig unheimlich viel gerannt, lobte Streich den am Montag etwas unglücklich und ineffizient agierenden Stürmer. Doch wird der Fleiß alleine dazu führen, dass zum Beispiel ein Philipp (wieder) auf der Bank schmoren muss? Petersen – inzwischen 19 Saisontore – betrachte ich als gesetzt. Die beiden Außenspieler vom Braunschweig-Kick, Frantz und Grifo offenbarten – ähnlich wie Niederlechner Schwächen. Grifo kann man schon wegen seiner Extraklasse und trotz der Schwächen im Spiel gegen den Ball aber kaum draußen lassen. Frantz, immer ein Vorbild an Einsatz, hatte in Braunschweig keine gute Tagesform. Deshalb sehe ich Grifo, Philipp und Petersen in der Startelf – einer aus dem Kreis Frantz, Niederlechner, Nielsen und Guédé wird noch dazu stoßen, so meine Prognose.

 

Heute Morgen sprach mich Annika Willscheid, eine meiner sehr geschätzten Redakteurinnen im Zeitungsverlag auf meine Radioarbeit an. Sie habe den Ankündigungstrailer für das Duisburg-Spiel gehört und sich darüber gewundert, wie ich Duisburg ausgesprochen hätte – nämlich nicht „Düsburg“, sondern „Du-isburg“. Ich fand es toll, dass es ihr aufgefallen war und erklärte, dass das ein kleiner interner Gag sei, eine kleine nostalgische Spielerei und Erinnerung an einstige DFB-Pokalauslosungen in der ARD, wenn Walter Baresel vom DFB – gefühlte jahrzehntelang, wenn das entsprechende Los gezogen wurde, „MSV Du-isburg“ sagte. Lang, lang ist es her. Für den Sport-Club und für mich im Radio ist Duisburg morgen und hier.

 

 

Ich übertrage das Spiel SC Freiburg gegen MSV Duisburg Freitagabend ab 18 Uhr live in der baden.fm-Bundesligashow.

 

Das Fußballspiel (Mein 831. SC-Livespiel)

 

Rückblickend lässt sich mit Blick auf das Heimspiel gegen den MSV Duisburg feststellen: Der SC hatte keinen „Wackler“ und keine „dünne“ Phase, wie sonst in den vergangenen Wochen, sondern er besiegte das Tabellenschlusslicht völlig zurecht und souverän mit 3:0. Allerdings deuteten die Gäste an, dass die beiden Siege in Nürnberg und gegen 1860 München, mit denen sie zuvor die Perspektive Klassenerhalt für sich wieder möglich gemacht hatten, nicht von ungefähr kamen. Wer jetzt die Stirn runzelt oder zweifelnd den Kopf schüttelt, vergisst, dass dem Sport-Club gegen die gut gestaffelte Duisburger Defensive, die sehr diszipliniert und kompakt agierte, kein einziges herausgespieltes Tor gelungen ist. Aller drei den Sieg bringenden Treffer fielen nach Standardsituationen und jedes Mal war der an diesem Tag in allen Belangen überragende Vincenzo Grifo irgendwie beteiligt: In der 23. Minute zirkelte der Freiburger Standardspezialist, nachdem er zuvor selbst gefoult worden war, einen Freistoß aus 28 Metern Entfernung zum 1:0 ins Netz. Keine zehn Minuten später gab es erneut Freistoß für Freiburg – diesmal freilich aus ganz spitzem Winkel vom rechten Flügel aus. Also flankte Grifo die Kugel so geschickt in die Mitte und Richtung „erster Pfosten“, dass Maximilian Philipp die Kugel mit dem auffällig frisierten Scheitel ins Netz verlängern konnte. Nur Spielverderber und Sky-Kommentatoren erklärten das Tor für „irregulär“, weil Marc Torrejon sich passiv im Abseits befunden hätte, durch seine Anwesenheit dort aber den Duisburger Tortwart in der Sicht behindert habe, was es zu einer aktiven Abseitsstellung gemacht hätte. Das kann man so interpretieren, muss man aber nicht zwingend. Selbst Keeper Ratajczak protestierte nicht nachdrücklich und schien auch nicht ernstlich in der Sicht behindert zu sein. Wie heißt es so schön: Man kann den Treffer geben, kann aber auch auf Abseitsstellung von Torrejon entscheiden – einen Fehler der Unparteiischen kann ich da jedenfalls nicht erkennen, denn eindeutig war es nicht, sondern Auslegungssache. Halbzeitstand: 2:0.

Auch nach dem Wechsel stellte der SC klar die bessere Mannschaft und hatte deutlich mehr vom Spiel als der MSV. So peitschte ab der 70. Minute „La Ola“ durch das lediglich im Gästebereich nicht ganz ausverkaufte Schwarzwald-Stadion und ab der 75. Minute erklang erstmals in dieser Saison der Fangesang „Nie mehr zweite Liga! Nie mehr! Nie mehr!“ von den Rängen.

Für mich, der vor rund einem Jahr in Hannover nach dem Eigentor von Pavel Krmas zum 2:0 mit Kloß im Hals und Tränchen im Augenwinkel fast nichts mehr ins Mikrofon sagen konnte, was mir hammermäßig peinlich – aber ehrlich – war, war das der Moment, in dem sich schon mal im Vorgriff auf das, was (hoffentlich) noch kommen wird, eine Gänsehaut einstellte. Die Ankündigung und Begleitung bedeutender Ereignisse…

Mitten in diese – na,  nennen wir es mal analog zur Weihnachts- und Vorweihnachtszeit – mitten in diese Vor-Aufstiegsstimmung hinein also, wurde Vincenzo Grifo dann bei einem seiner vielen Vorstößte – häufig eingeleitet durch gutes Pressing und entsprechende Ballgewinne – im Strafraum gefoult. Der Schiedrichter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt und dem Übeltäter Hajri die Rote Karte, was angesichts des Trubels in meiner Sprecherkabine fast untergegangen wäre. Ich habe es jedenfalls nicht mitbekommen, aber zum Glück haben mich meine Begleiter darauf hingewiesen, sodass es auch die baden.fm-Hörer erfahren haben und nicht um die Information betrogen wurden. Nils Petersen traf souverän zum 3:0 und der Kuchen war gegessen.

 

 

Das Nachspiel

 

Am Freitagmorgen bekam ich von einem rotarischen Freund eine E-Mail. Die Frage lautete, ob ich für das Spiel am Abend noch an drei Karten kommen könnte. Adressat war ein Herr aus der Promi-Liga, wenn man so will, bzw. dessen Frau und der fußballverrückte Schwiegervater, der zu Besuch anreiste. Ich wollte natürlich gerne helfen, kann aber auch nicht zaubern und will schon gar nicht gerne beim Sport-Club „bitte, bitte“  sagen. Beim „Kassensturz“ war im WZO-Verlag noch eine Sitzplatzkarte über. Außerdem hatte ich noch einen Platz in meiner Hörfunk-Kabine frei. So kam es, dass der besagte Schwiegervater während der Übertragung neben mir saß. Wir einigten uns sofort auf das freundschaftliche „Du“ und er erzählte mir, dass er aus Berlin und Fan vom 1. FC Union sei. Seien Ehefrau sei dort sogar Mitglied, verriet er mir. Wo er denn Pfingsten sei, fragte ich ihn und erfuhr, dass eine Urlaubsreise mit dem Wohnwagen anstand. Ob er mir dann nicht eventuell zwei Karten für Union gegen Freiburg besorgen könne, wagte ich zu fragen und mein neuer Freund erklärte, das sei kein Problem, seine Frau habe ja als Mitglied ein Anrecht bzw. ein Vorkaufsrecht auf zwei Karten und schon hatte ich für nahe Freunde, die beim Run auf die Berlin-Karten in Freiburg leer ausgegangen waren, eine fantastische Nachricht… Zufälle gibt es…

 

Nach dem Spiel ging alles sehr schnell. Die Interviews mit Mike Frantz und Amir Abrashi sowie Christian Streich (anzuklicken bei www.scfreiburg.com) waren schnell im Kasten. Ich setzte mich im Presseraum auf einen Stuhl, schob mir zwischen zwei Brötchenhälften eine Frikadelle rein und schaute in bisschen Erstligafußball. Wobei, wie viel erste Liga ist das noch im Fall von Werder? Bin mal gespannt, wer da Hannover in die Zweite Liga begleitet… Das dürfen gerne auch zwei Mannschaften sein, es sei denn, Leipzig wird noch Dritter im Unterhaus, wenn Ihr versteht, was ich meine. Ich ließ mir Zeit bei Imbiss im Presseraum, schüttete noch eine kühle Cola Zero hinterher und  war richtig etwas beschwingt vom runden Sieg. Ich sah es übrigens  eher so wie Mike Frantz, der am Mikrofon zugegeben hatte, lieber auf dem Platz aufsteigen zu wollen, denn als Fernsehzuschauer, während Amir Abrashi einfach nur so schnell wie möglich hoch wollte – „also morgen“, wie er im Interview erklärte. Ich finde das Prickeln, die Vorfreude und  das mögliche Aufstiegserlebnis in Paderborn oder eben gegen Heidenheim schon die geilere Variante. Deshalb habe ich am Sonntag weder beim 0:2-Zwischenstand für Union gejubelt, noch habe ich mich über das 6:2 für den Club am Ende geärgert. Ich habe schon seit Monaten gefühlt, dass der Aufstieg in Paderborn, nahe meiner Heimat, gelingen könnte und seit ein, zwei Wochen bin ich sogar überzeugt davon, dass es so kommt. So wie 98 in Wattenscheid, 2003 in Burghausen und 2009 in Koblenz – immer vorzeitig und immer in der Provinz.