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08.03.2018 11:55 Alter: 202 days

26. Spieltag der Fußball-Bundesliga, Hertha BSC gegen SC Freiburg

Samstag, 10. März 2018, 15.30 Uhr * Olympiastadion, Berlin * Hertha BSC - SC Freiburg *


Das Vorspiel

 

Berlin – Berlin – wir fahren nach Berlin! Der Sportclub ist am Samstag Gast bei Hertha BSC und ich darf das 900. Pflichtspiel des Clubs, dem ich seit dem 1. Januar dieses Jahres auch als Mitglied angehöre, im Radio übertragen. Noch hundert Spiele und wir machen ein richtiges Fass auf… Das eine oder andere Gläschen werde ich mir aber auch in Berlin gönnen.

Zurück zum Tagesgeschäft:  Ich habe schon vor Wochen zu einem richtig guten Kurs ein EasyJet-Ticket geordert und fliege am Samstagmorgen um kurz nach neun ab Basel in die Hauptstadt. Mein kleiner Sohn Ben steht kurz vor der Kommunion und hat am Sonntagvormittag einen sogenannten Vorstellungsgottesdienst. Auch deshalb geht mein Flieger am Sonntag schon um 7 Uhr zurück. Das Gate im Flughafen Berlin-Schönefeld schließt um 6.30 Uhr. Das ist aber kein Problem, da ich im Intercity-Hotel direkt am Flughafen absteige. Dann sind es nur 10 Minuten Fußweg vom Zimmer bis zum Gate.

Für Samstag habe ich einen Mietwaten geordert und düse dann nach der Ankunft zum Ku'damm, um vor dem Kempinski ein Käffchen zu trinken; das ist kultig und hat Tradition bei mir. So kann ich ein bisschen Berliner Luft schnuppern und mich an alte Zeiten erinnern. 1998 habe ich mal im Kempinski gewohnt. Es war, nach meinem Aufstieg zum Chefredakteur des heutigen baden.fm, meine erste Dienstreise, damals im Schlepptau des Geschäftsführers, der die Zimmer in der Fünf-Sterne-Herberge gebucht hatte.

Vom Ku'damm geht es dann zum Olympiastadion – den reservierten Parkschein in der Geschäftsstelle abholen, dann zum Presseparkplatz des Stadions fahren, wo aus einem Bulli heraus die Pressekarten ausgegeben werden. Bei jeder Abholung soll ich Personalausweis und Presseausweis bereithalten. Man kann es auch kompliziert machen, liebe Freunde bei Hertha…

Sportlich dürfte es interessant werden. Mit guter Tagesform traue ich unserem SC auch einen Sieg zu, wobei – betrachtet man die Spielweise beider Mannschaften in den vergangenen Wochen – ein 0:0 das am ehesten zu erwartende Ergebnis wäre.

Wie immer stellt sich die Systemfrage – Viererkette, also 4-4-2 oder Dreierkette also 3-4-3? Christian Streich wird auf der PK zwar nichts verraten, ich fahre da aber jetzt mal hin und lausche, wer einsatzbereit ist und ob der Coach eventuell mit Höfler und Ravet in der Startelf plant. Später mehr…

 


So, bin zurück von der PK. Viel hat der Trainer ja nicht verraten. Zugestimmt hat er meiner, in eine Frage gekleideten These, dass Höfler und Ravet einen Schritt weiter sind und ganz konkrete Startelfkandidaten für das Spiel in Berlin sind.

Hintergrund meiner Frage: Beim Hertha-Spiel geht es für den SC darum, nichts an Stabilität im Spiel gegen den Ball einzubüßen und trotzdem das spielerische Vermögen im Spiel nach vorne etwas aufzupeppen; klarere, bessere Pässe und Ideen in der Spieleröffnung – dafür könnte Höfler stehen – und aussichtsreichere Dribblings, auch Eins gegen Eins, sowie bessere Torvorbereitungen im vorderen Drittel – hier könnte Ravet vielleicht „liefern“. 


Die Systemfrage eines Kollegen hat Streich zwar beantwortet, aber ähnlich wachsweich wie meine – eigentlich noch wachsweicher… Der Kollege fragte ob der SC in Berlin mit einer Viererkette spielen werde. Streich nickte und meinte, ja, es könne durchaus sein, dass man mit einer Viererkette antreten würde. Dann schob er hinterher, dass Mainz bei seinem 2:0-Sieg (vor zwei Wochen) in Berlin aber mit einer Dreier-/Fünferkette gespielt habe und dass das deshalb natürlich auch ein probates Mittel für den SC sein könnte.

Ich erahne jetzt mal folgende Startformation im 3-4-3: Schwolow – Söyüncü, Koch, Gulde – Günter, Höfler, Abrashi, Stenzel – Haberer, Petersen, Ravet.

 

Es steht viel auf dem Spiel, in Berlin: Im besten Fall, also bei Sieg, landet der SC eine Art Befreiungsschlag, zieht sogar in der Tabelle am Gegner Hertha BSC vorbei und könnte relativ gelassen auf die Ergebnisse der Konkurrenten im Kampf um die Vermeidung des Relegationsplatzes schauen:

Mainz hat schon am Freitag Heimrecht gegen Schalke, Wolfsburg spielt zeitgleich zum SC in Hoffenheim und Bremen bestreitet am Montag sein Heimspiel gegen Köln.

Verliert der SC in Berlin, was die Fußballgötter (Nils und so) verhindern mögen, dann rutscht der SC mutmaßlich auf Rang 14 zurück, denn Bremen ist ein Dreier gegen Köln durchaus zuzutrauen. Und dann muss man schon ganz genau hinschauen, ob Mainz und Wolfsburg auch verlieren und damit zumindest die zurzeit existenten vier Punkte hinter dem Sportclub zurückbleiben oder ob sie dem SC womöglich auf die Pelle rücken. Den direkten Vergleichen mit Wolfsburg, am Samstag, 7. April,  im Schwarzwald-Stadion, und  Mainz, am Montag, 16. April, bei den 05ern, käme dann eine verteufelt wichtige Bedeutung zu. Es würde dann womöglich noch einmal richtig eng und ein Nervenspiel…

So bin ich morgen Abend ganz und gar Schalker, beim Gastspiel in Mainz und drücke am Samstag sogar den Hoffenheimern mal die Daumen.

Klar ist aber auch: Ein SC-Sieg in Berlin und der Himmel hängt voller Geigen… Selbst ein weiterer Punkt, zumal auswärts, würde mich sehr zufrieden stimmen.

Der eine oder andere Beobachter mag Stuttgart in meiner Auflistung vermissen. Das liegt daran, dass die Schwaben durch die unerwartete Siegesserie unter Korkut jetzt Neunter sind. Andererseits fangen sie auch schon wieder an zu spinnen. Sie würden jetzt Leipzig schlagen, dann in Freiburg gewinnen und somit den Ostdeutschen, die ja am übernächsten Spieltag die Bayern zu Gast haben, gleichziehen, hat mir ein Kollege und VfB-Anhänger mir jetzt vorgerechnet. Die Schwaben gleich auf mit den Sachsen-Millionarios  - da hätten sie Spaß dran, am Neckar.

Dass auch eine andere Entwicklung möglich ist, also eine Heimschlappe des VfB gegen Leipzig bei einem gleichzeitigen Sieg des SC in Berlin und dann ein Heimerfolg der Freiburger im Derby gegen Stuttgart und das Letztere dann wieder hinter dem SC ständen und womöglich noch einmal genau in den Rückspiegel gucken müssten – diese Rechnung hat der Schwabenfan aus unserem WZO-Verlag freilich nicht aufgestellt… Ich schon (smile).

Richten müssen es die Jungs auf dem Platz. Das ist klar. Als Diskussionsbeitrag verrate ich hier jetzt mal meine Tipps aus meiner (großen) Kicktipp-Gruppe, die ich letztes Jahr souverän gewonnen habe, in der ich derzeit aber nur im Tabellenmittelfeld zu finden bin; aber immerhin…

Mainz – Schalke 1:2, Hannover – Augsburg 2:1, Hoffenheim – Wolfsburg 2:1, Bayern – HSV 5:0, Hertha BSC - Freiburg 1:2, Leverkusen – Gladbach 2:1, Stuttgart – Leipzig 1:3, Dortmund – Frankfurt 2:2, Werder – Köln 2:1.

Man hört und liest!

 

Das Fußballspiel

(Mein 900. SC-Livespiel)

 

Es war eine Nullnummer… Der SC, der in der Offensive kurzfristig den Ausfall von Yoric Ravet (Muskelverhärtung in der Wade) verkraften musste und in der Defensive letztlich doch mit Viererkette und der bewährten Doppelsechs, gebildet aus Robin Koch und Amir Abrashi In Berlin antrat, tat sich vor 38.625 zahlenden Zuschauern in der Riesenschüssel Olympiastadion anfangs recht schwer. Zu dem schon in den vergangenen Wochen meistens fehlenden „Punch“ im Offensivbereich gesellten sich ungewohnte Konzentrationsfehler und Ballverluste im hinteren Mannschaftsteil. So war Hertha BSC in einem schwachen Bundesligaspiel in der ersten halben Stunde die dominierende Mannschaft. Die Berliner kamen nach ungewohnten Fehlern von Amir Abrashi, Robin Koch und Caglar Söyüncü in dieser Phase auch zu gefährlichen Abschlüssen, die alleine vom glänzend aufgelegten Alexander Schwolow gebremst wurden. Nach gut 20 Minuten verletzte sich Amir Abrashi, der unter anderen von Vedad Ibisevicz mehrfach gefoult worden war. Der in der Schweiz aufgewachsene albanische Nationalspieler versuchte es noch eine zeitlang, mit halber Kraft und ohne Sprintfähigkeit, wie sich herausstellen sollte, setzte sich dann aber demonstrativ auf den Hosenboden, sorgte so für eine Spielunterbrechung und wurde ausgewechselt.

Mit dem lange verletzten Strategen „Chico“ Höfler, der erst vor einer Woche gegen die Bayern mit einem Kurzeinsatz sein Comeback gegeben hatte, kam mehr Ruhe und Struktur ins Freiburger Spiel. Seine Ballsicherheit, die Ruhe an der Kugel und das präzise Passspiel taten dem zuvor etwas „vogelwilden“ SC in Berlin spürbar gut. Die aus den vergangenen Monaten gewohnte Stabilität kehrte zurück und fortan hatte Hertha BSC keine erwähnenswerte Torchance mehr und wurde schon früh in der zweiten Halbzeit von den eigenen Fans ausgepfiffen.

Offensivaktionen blieben zwar auch beim Sportclub rar, zwei sollen in dem Bericht von einem insgesamt recht grauen Fußballnachmittag in der Hauptstadt aber erwähnt werden:

Ein Distanzschuss von Christian Günter, der einige gute Vorstöße auf den Platz bekam, dessen Standards diesmal allerdings in Reihe verpufften, zischte in der 50. Minute nur knapp am rechten oberen Tordreieck der Berliner vorbei. In der 80. Minute gelang Janik Haberer ein wunderbarer Pass auf Tim Kleindienst, der den Ball optimaler Weise an der Strafraumgrenze geschickt mitgenommen hätte und sich dann acht, zehn oder zwölf Meter vor dem Berliner Tor, ganz nach Belieben, die Ecke hätte aussuchen können. Tim Kleindienst, der zuvor unglaublich viel gelaufen und gespurtet war, hatte sich im kollektiven Kampf der Freiburger gegen den Ball aber so sehr verausgabt, dass ihm in dieser entscheidenden Sekunde, zehn Minute vor dem Abpfiff, schlicht die Ruhe, die Konzentration und letztlich die Technik fehlte, um das Leder adäquat zu verarbeiten. Der Ball versprang und die (geahnte) Chance war dahin. So blieb es beim 0:0 – einem gewonnenen Auswärtspunkt, der den Vorsprung vor dem Relegationsplatz 16 auf fünf Punkte ausbaute, denn die Kontrahenten im Kampf gegen die Teilnahme an der Relegation, Mainz (0:1 gegen Schalke) und Wolfsburg (3:0 in Hoffenheim) haben ihre Spiele verloren.

 

Das Nachspiel

 

Erstmals seit ich den SC Freiburg in der Bundesliga begleite, im 900. Spiel also, habe ich mich in den Katakomben des Olympiastadions auf der Suche nach Mixedzone und Pressekonferenzraum nicht verlaufen. Über eine unendlich lang scheinende Treppe gelangte ich bis in den sogenannten Reportergraben, durch den wiederum, nach 20, 30 Metern zum zentralen Portal des Stadioninnenraums, durch das hindurch ich hinein in die Berliner Mixedzone kam. Florian Kath, Christian Günter und Alexander Schwolow, der beste Freiburger in Berlin, stellten sich hier meinen Fragen. Dann wieder zurück, durch den Graben und viele Stufen hinauf steigend im kalten Olympiagemäuer, gelangte ich zum Pressekonferenzraum, wo - aber das nur nebenbei, das Presse-W-LAN nicht mehr funktionierte, aber das nur nebenbei. Hier gaben dann die Trainer ihre Statements ab und ich kam zum obligatorischen Austausch mit Christian Streich, der – wie ich finde – ganz launig wurde. Auch in anderen Bereichen des Stadions war das Presse-W-LAN jetzt scheinbar abgeschaltet. Mit etwas Mühe und mehreren Versuchen gelang es mir schließlich, die Audiophiles per LTE an die Zieladressen zu senden.

 

Wegen des frühen Rückflugplans am Sonntag, fuhr ich in der Stadt noch schnell was essen und dann zum Hotel in Schönefeld. An der Bar gönnte ich mir einen schönen Merlot auf mein kleines Jubiläum und lag alsbald vor der Glotze.

 

Mit dem Gläschen Wein in der Hand ließ ich den Tag noch einmal Revue passieren…

Nach der Landung in Schönefeld, gegen viertel nach zehn am Vormittag, hatte ich meinen Mietwagen übernommen. Aus irgendwelchen Gründen bekam ich ein kostenloses Upgrade und fand mich so statt in einem Ford Fiesta in einem nagelneuen Einser BMW wieder. Damit fuhr ich Richtung Ku’damm, um dort irritiert festzustellen, dass das Kempinski nicht mehr das Kempinski ist, sondern jetzt als Bristol firmiert. Daneben, an der Ecke, das Reinhard’s macht jetzt einen auf Restaurant und hat für den kleinen Kaffeedurst jetzt einen Teil der Räumlichkeiten abgetrennt und nennt das Café, das sich durch Pariser "Chique" auszeichnet, „Café 27“.

Beeindruckend finde ich, dass Theresa und Amélie, Mutter und Tochter, Exilfreiburgerinnen aus Hamburg und selbstverständlich glühende SC-Fans, denen ich meinen Aufenthaltsort per WhatsApp mit dem „Eckcafé beim Kempinski am Ku’damm“ beschrieben hatte, mich trotzdem fanden. Wir treffen uns so ungefähr im Jahresrhythmus bei irgendwelchen Spielen das SC – es ist immer wieder nett, die beiden zu sehen und zu sprechen. Theresa war einst auch Radio FR 1 - Fan und brachte dem Team häufig Kuchen vorbei. Radio FR 1 - das für die Jüngeren unter Euch - so hieß baden.fm vor 22, 23 Jahren.

Ich bot den beiden aus Hamburg mit der Bahn angereisten Damen (Amélies Ehemann ist derzeit etwas angefressener HSV-Fan) nach den genossenen Milchkaffees an, sie mit meinem Mietwagen mit zum Stadion zu nehmen, was sie gerne geschehen ließen. Am Olympiastadion, nachdem ich Parkschein etc. abgeholt hatte (siehe oben) parkten wir direkt am Stadioneingang. BZ-Sportchef René Kübler, den wir beim Pressebulli auf dem Parkplatz trafen, schoss auf unseren besonderen Wunsch hin noch ein Erinnerungsfoto – und tschüss, bis zum nächsten Mal, die Damen!

Die Räumlichkeiten und das kulinarische Angebot für Journalisten ist in Berlin relativ dürftig. Sei es drum – weil ich früh zur Stelle war, erwischte ich einen der wenigen Stühle, holte mir eine Schale Graupensuppe und machte Mittagspause… „Oh, der Herr Rischmüller“, begrüßte mich die Kollegin Nadja Eckerle vom SWR-Fernsehen, freundlich scherzend – wir duzen uns eigentlich – und lautstark. Laut genug, um andere auf uns aufmerksam zu machen. „Die Stimme meiner Jugend“, meldete sich ein Mitdreißiger und stellte sich als Herr Büchler oder Büchner von der ARD vor. Er sei ursprünglich Freiburger und kenne mich daher als Radiohörer schon sehr lange. Ich grüßte natürlich freundlich zurück. Das sind so kleine nette Momente im Arbeitsalltag. Ich genieße das. Die ARD grüßt baden.fm...

Was folgte, das Spiel und so – vergiss es für diese Woche. Einzig das Ergebnis war Klasse. 0:0 in Berlin, ein Punkt – alles gut.

Am Sonntagmorgen quälte ich mich um 5.30 Uhr aus dem Bett, schlurfte ohne Frühstück zum Flieger und verbrachte die 70 Minuten Flugzeit mit einem Kaffee und einem heißen Croque Monsieur. Um 9.30 Uhr war ich in Bad Krozingen, um die Familie beim Kirchgang zu begleiten. Vorstellungsgottesdienst von Ben im Vorfeld der im April anstehenden Kommunion. Meine Frau Yoani ist Katholikin und gläubig erzogen, ich selbst hab’s nicht so mit Religionen und Konfessionen, bin aber tolerant und ging natürlich mit.

Um 10.30 Uhr war Anpfiff. Ab 11 Uhr hatte ich diskret einen Knopf im Ohr und verfolgte, wie sich SC-Sportvorstand Jochen Saier im Sport1-Doppelpass verkaufte (übrigens bestens). Bens wirklich aktiver Teil an diesem Vorstellungs-Gottesdienst war bereits gelaufen, sodass ich nicht einmal ein schlechtes Gewissen hatte. Arg müde war ich allerdings, bin halt kein Frühaufsteher...

Der Rest des Sonntags war dann ausruhen, Doppelpass, 2. Liga und 1. Liga in der Glotze und fertig.

Am Montag rief der Arbeitsalltag. Als erste Pflichten: SC-Kolumne für die Wochenzeitungen und Kommentar für den Business-Newsletter des SC vor dem Stuttgart-Spiel. Letzteren Text gibt es jetzt hier schon einmal als Vorveröffentlichung:

Nach einer wackeligen ersten halben Stunde und der verletzungsbedingten Einwechslung von „Chico“ Höfler präsentierte sich unser SC Freiburg in Berlin ähnlich wie in den meisten Spielen der vergangenen Monate:  glänzend organisiert, enorm lauffreudig und bedingt durch diese Qualitäten defensiv stabil. Durch das torlose Remis vergrößerte der Sportclub seinen Vorsprung auf Relegationsplatz 16 von vier auf fünf Punkte, da die Konkurrenten aus Mainz und Wolfsburg ihre Partien gegen Schalke beziehungsweise in Hoffenheim verloren. Unter dem Strich war es also ein erfolgreiches Wochenende. Mögliche Kritik an fehlender spielerischer Brillanz erstickte Trainer Christian Streich im Keim: Seine Jungs, die sich noch in der Entwicklung zu fertigen Bundesligaspielern befänden, brächten alles ein und die Energie, die sie in die gemeinsame Arbeit gegen den Ball investierten, führe zu gewissen Defiziten in der Ruhe und Konzentration beim Spielaufbau, stellte sich der Trainer schützend vor seine Talente. Er könne von seinen Jungs nicht Woche um Woche die Quadratur des Kreises erwarten, betonte Streich, der auf die personellen Verluste im Offensivbereich durch die Transfers von Philipp und Grifo und das große Verletzungspech in dieser Saison – etwa bei Niederlechner und Ravet -  hinwies.

Bis zum Baden-Württemberg-Derby am Freitagabend gegen den wiedererstarkten VfB Stuttgart dürfte Yoric Ravet die muskulären Probleme, die seinen geplanten Einsatz in Berlin kurzfristig verhindert hatten, überwunden haben und die Mannschaft fußballerisch aufwerten. „Chico“ Höfler wird, nach seinem starken Auftritt als Einwechselspieler in Berlin, für die Startelf gesetzt sein. Der in Heimspielen erfahrungsgemäß wertvoller als auswärts agierende Marco Terrazzino könnte ebenfalls eine personelle Alternative sein, um das spielerische Moment beim SC mehr zu betonen. Zudem steht der erfahrene Mike Frantz, nach einem Einsatz über 90 Minuten beim 1:0-Sieg der Regionalligaelf unseres SC in Hoffenheim, nach langer verletzungsbedingter Abstinenz, vor einer Rückkehr in den Bundesliga-Kader. Gegen den VfB Stuttgart geht es beim SC Freiburg ganz wesentlich darum, die Offensive zu verbessern, ohne an Stabilität in der Defensive zu verlieren. Diese Aufgabe mag dann auch wieder anmuten, wie die zitierte Quadratur des Kreises. Aber wenn das in Freiburg einer beherrscht, dann SC-Trainer Christian Streich. (Zitatende)

 

Soweit der Blick zurück, verbunden mit einer ersten Vorschau auf das Baden-Württemberg-Derby am Freitagabend aus meinem Kommentar für die SC-Sponsoren.

Man liest sich am Donnerstag und hört sich am Freitag…