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11.04.2019 11:37 Alter: 10 days

29. Spieltag der Fußball-Bundesliga, SV Werder Bremen gegen SC Freiburg

Samstag, 13. April 2019, 15.30 Uhr Weserstadion, Bremen SV Werder Bremen - SC Freiburg


Das Vorspiel

„Mad Max und der SV Werder gegen den SC Freiburg“ – so oder so ähnlich habe ich es in dem Werbetrailer für unsere baden.fm-Bundesligashow formuliert. „Mad Max“, also der verrückte Max, ist nicht etwa despektierlich gemeint. Ich schätze Max Kruse sehr, halte ihn für einen der besten Fußballer, die je in Freiburg unter Vertrag standen. Seine Extratouren und sogenannten Skandalgeschichten sind in den seltensten Fällen wirklich problematisch. Vieles wird aufgebauscht und Max wird vom Boulevard in ein Klischee gedrängt, das zu hinterfragen ist. Dass er mal über die Stränge schlägt, Fehler macht – so what? Tun wir das nicht alle? Vor allem als wir jung waren. Max Kruse ist ein junger Mann mit großen Talenten gesegnet und sehr früh zu übermäßig viel Geld gekommen. Für mich ist er genau der Profi mit Ecken und Kanten, den derselbe Boulevard, der ihn so gerne in irgendwelche Schmuddelecken stellt, in der Bundesliga von heute vermisst. Für mich ist Max der moderne Effe. Ich finde ihn cool.
Weil er so überragend kicken kann hätte ich nichts dagegen, wenn er bis Samstagnachmittag zum Beispiel „Rücken“ bekommt, wie ich neulich hatte, und kaum laufen, also nicht mitspielen kann. Kruse ist das Herz von Werder Bremen. Da er vermutlich kein „Rücken“ bekommt und sich auch nicht den kleinen Zeh ausrenkt, wird er wohl kicken gegen unseren SC, der ja auch mal seiner war.
Trotzdem fahre ich nach dem negativen Ausnahmeerlebnis von Mainz nicht ohne Hoffnung nach Bremen. In der Bundesliga hat der Sport-Club, seit Christian Streich ihn als Cheftrainer coacht, noch nie in Bremen verloren. Dass es im Pokal mal passiert ist, lag eindeutig an einer ärgerlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Streich kennt den „Werder-Code“ offenbar. Ich trete heute Abend, also am Donnerstag bereits, die weite Autoreise in den Norden mit dem guten Gefühl an, dass etwas gehen könnte in Bremen. Zwar ist Werder 2019 noch ungeschlagen und zeigt mitunter beeindruckende Leistungen, „etwas gehen“ muss ja auch nicht heißen, dass der SC da gewinnt. Das wäre zwar toll, ist aber auf den ersten Blick unrealistisch. So ein 1:1, wie im Hinspiel im November, fände ich klasse.
Bevor ich gleich zur PK mit Christian Streich fahre, um die letzten Neuigkeiten aus dem Freiburger Lager in Erfahrung zu bringen, kann ich ja schon mal meine Reisepläne erläutern:
Ich starte bereits heute, weil ich – die Stammleser wissen das – Reisen in den Westen und in den Norden der Republik immer gerne mit privaten Besuchen bei meiner 87-jährigen Mutter in Bielefeld verbinde. Deshalb habe ich mir den morgigen Freitag im WZO-Verlag freigenommen und fahre schon heute, nach Feierabend, Richtung Norden. Als Gewohnheitstier mache ich wieder in meinem Stammhotel in der Nähe von Gießen Station und richte alles so ein, dass ich am Freitag zum Mittagessen bei meiner „alten Dame“ sein kann und sie natürlich ausführe – ins Café Knigge, mit dem ich so viele Erinnerungen aus frühester Jugend verbinde. Außerdem gibt es da vorzügliche kleine Gerichte, ganz zu schweigen von den Torten. Knigge muss man erlebt haben.
Wenn ich mal für einen oder zwei Tage in meiner Heimatstadt bin, will ich natürlich auch Freunde treffen und in Erinnerungen schwelgen. Das geht am besten im kultigen Restaurant Kreta, seit ich denken kann ein Treffpunkt der Bielefelder Fußball- und Medienszene. Um die Betreuung meiner Mutter und meine sozialen und kulinarischen Interessen unter einen Hut zu bringen, kommt Oma einfach mit ins Kreta. Das ist für den Freitagabend natürlich schon wieder gebucht.
Samstagvormittag sind es dann eineinhalb Autostunden von Bielefeld bis Bremen – ein Katzensprung, wenn man so will. Und immer stellt sich die Frage: Autobahn oder Landstraße. Beides ist möglich und von der Fahrtdauer her letztlich ähnlich. Schmunzelnd erinnere ich mich an Fan-Zeiten. Wenn es mit Arminia nach Bremen ging, gab es stets heiße Diskussionen in meiner Clique um die Frage Autobahn oder Landstraße. Ich war mehr der Landstraßen-Typ. War die Entscheidung gefallen ging es um die zweite Glaubens-Frage: Kassette hören oder Radio. Ich war für Radio, klar.  Es war eine geile Zeit.
So Freunde, ich mach‘ mich jetzt auf zur PK und berichte später hier davon – und morgen früh dann bei baden.fm.

Die PK ist gelaufen. Sie begann mit Finanzvorstand Oliver Leki und dem Chef von Lotto Baden-Württemberg. Lotto hat seinen Vertrag als Premium-Sponsor um drei Jahre verlängert. Gut so.
Dann kam Christian Streich und erläuterte als erstes die aktuelle Personalsituation. Fakt ist, dass keiner der zuletzt verletzten Spieler für Bremen ein Thema ist. Aus dem Kader vom Mainz-Spiel fehlt zudem „Chico“ Höfler wegen der fünften Gelben Karte, die der Routinier dort zu sehen bekam. Er ist in Bremen gesperrt.
Dennoch schließt Christian Streich personelle Rochaden im Weserstadion nicht aus. Die Schwächen, die er in der Videoanalyse vom Mainzspiel herausgearbeitet hat sind ein Grund, ein gewisser Kräfteschwund einiger Akteure sind ein anderer Grund für eventuelle Wechsel. Hat der Trainer  gepokert, schickt er dieselbe Startelf ins Rennen wie in Mainz, damit sie beweisen kann, dass sie es besser kann. Andererseits saßen in Mainz Spieler auf der Bank, die durchaus auch in einer Freiburger Startelf vorstellbar sind: Robin Koch, der zum Beispiel als Höfler-Ersatz zur Verfügung stehen könnte – oder auch in der Innenvertidigung. Der vielseitig einsetzbare ex-Bremer Jérôme Gondorf, der sowohl im zentralen Mittelfeld als auch auf der Außenbahn zu gebrauchen wäre und an alter Wirkungsstätte bestimmt sehr motiviert wäre. Dann drängen sich die beiden Offensivkräfte auf, die ohne Weiteres Startelf-Qualitäten haben aber zuletzt taktischen Überlegungen zum Opfer fielen: Luca Waldschmidt und Florian Niederlechner brachten nach ihrer Einwechslung in Mainz durchaus neuen Schwung ins Freiburger Angriffsspiel.
Christian Streich freut sich auf die Partie im ausverkauften Weserstadion und ist überzeugt davon, eine wettbewerbsfähige Mannschaft ins Rennen schicken zu können.
Natürlich ist Werder Bremen Favorit – aber im Weserstadion ging in den letzten Jahren immer was…

Ich übertrage das Bundesligaspiel SV Werder Bremen gegen SC Freiburg am Samstag ab 15 Uhr in der baden.fm-Bundesligashow.

Das Fußballspiel
(Mein 939. SC-Livespiel)


Das Fußballspiel
Im mit 42.100 zahlenden Zuschauern ausverkauften Bremer Weserstadion entwickelte sich von Beginn an ein sehr intensives Spiel mit einer ganzen Reihe von Tormöglichkeiten – allerdings hüben wie drüben. Zwar lag Werder mit 62 zu 38 Prozent in puncto Ballbesitz weit vorne, lief sich aber in der von Christian Streich gewählten 3-5-2-Formation mit den 19- und 21-jährigen Schlotterbeck-Brüdern in der neuformierten Innenverteidigung immer wieder fest. Man könnte auch sagen, Bremen machte Alarm – ohne dass es brannte. Eine Bestnote sicherte sich der etwas ältere Keven Schlotterbeck, der vor dem vorzüglich agierenden Torhüter Alexander Schwolow eine Klasseleistung als zentrales Glied der Abwehrkette verdiente. Selbst als „Schwoli“ einmal geschlagen war, war „Schlotti“ zur Stelle und rettete auf der Linie.
Hinten schlug sich der SC also prächtig, sodass bei mir spätestens ab der 20. Minute, als sich der anfängliche Bremer Sturmlauf etwas gelegt hatte, die Hoffnung auf eine Überraschung von Minute zu Minute wuchs. Eine vergebene Großchance, wie jene von Vincenzo Grifo, der in Bremen neben Niederlechner als Sturmspitze aufgeboten war, wertet man dann ja auch zunächstmal nicht als Ärgernis, sondern als Zeichen dafür, dass an diesem Tag beim Favoriten Bremen für den SC etwas gehen könnte. Chancen zum Führungstor auf des Gegners Platz gab es in der Tat einige: Jérôme Gondorf übersah den besser postierten Grifo und schoss von der Strafraumgrenze über das Tor. Wenig später flankte der ex-Bremer scharf von der rechten Seite. In der Mitte rauschten Niederlechner und Torwart Pavlenka ineinander. Letzterer konnte zwar mit Glück und Geschick das Tor verhindern, verletzte sich bei der Aktion am aber Oberschenkel und musste zu Beginn der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden. Auch in der zweiten Hälfte hatte der SC Chancen, Niederlechner etwa verlängerte einen Freistoß volley Richtung kurzes Eck – da stand Pavlenka-Vertreter Kapino goldrichtig und konnte die Chance vereiteln.
Mit der Einwechslung von Altmeister Claudio Pizzarro veränderte sich die Statik des Bremer Spiels noch einmal, der Druck nahm in der Schlussphase wieder zu. Letztlich entschied ein Doppelschlag binnen sieben Minuten in der Schlussphase die Partie. Ein Stürmerfoul (aufgestützt) in der Entstehungsphase des 1:0 und eine mögliche Abseitsstellung sorgten rund um den ersten Bremer Treffer in der 76. Minute für Aufregung. Eine Freiburger Fußspitze soll das vermeintliche Abseits von Klaassen laut Videobeweis aufgehoben haben. Ob auch das Foulspiel überprüft wurde, ist mir nicht bekannt. Nach der vorangegangenen tollen Abwehrleistung und den vergebenen Chancen des SC schmeckte das 1:0 für Werder jedenfalls wie ein verwester Weseraal. Sieben Minuten später traf der aufgerückte Gebre Selassie nach einem Eckball per Kopf zum 2:0 und das Ding war gelaufen. Immerhin gab der SC nie auf und kam in der dritten Minute der Nachspielzeit noch durch den eingewechselten Luca Waldschmidt zum hoch verdienten Anschlusstreffer.

Das Nachspiel
Wenn ich auf das Auswärtswochenende mit der Reise nach Bremen via Bielefeld zurückblicke, bleibt mir eine Erinnerung besonders intensiv in den Kleidern hängen. Ich hatte hier im Tagebuch glaube ich schon einmal die Geschichte von dem sportlichen jungen Mann im feinen Anzug erzählt, der mich vor ein, zwei Jahren, nach einem Friseurbesuch in der Bielefelder City angesprochen hatte. Das Kuriose war: Er war einst der Fußballheld und ich der Reporter. „Ich bin’s, Mike Schürmann“ hatte der sympathische Exprofi lachend erklärt, als ich auf dem Schlauch stand.  Es war eine total nette Begegnung. Leider musste ich vor einigen Wochen erfahren, dass Mike sich im Februar das Leben genommen hat. Er litt wohl unter Depressionen. Die Fußballkameraden von einst, die Mitspieler aus der einstigen D- und C-Jugend des Stadtteilvereins VfL Schildesche, aus dem Mike einst hervorgegangen war, wollten nun ein Spiel zum Gedenken an den Verstorbenen veranstalten und nebenbei etwas Geld für Mikes Tochter sammeln, die noch in der Ausbildung ist. Dann hatte einer der Orgnisatoren die Idee, doch ehemalige Arminia-Profis anzusprechen, die mit Mike in der Profizeit zusammen gekickt hatten. So kam es, dass an diesem besonderen Fußballspiel, das am vergangenen Freitag unter dem Motto „Family and Friends“ in Gedenken an Mike stattfand, auch einige echte Fußballgrößen am Start waren. Durch mein Internet-Tagebuch zum Bremen-Spiel (Das Vorspiel) bzw. den Facebook-Hinweis darauf, wusste einer der Organisatoren, dass ich in der Nähe war und lud auch mich ein. „Wir treffen uns mit den ex-Arminen um 16.45 Uhr bei mir im Unternehmen“ hatte mit Andreas Heibrok mitgeteilt, „das wäre doch super, wenn Du auch dazu kämst“. So traf ich dann quasi zum Kaffeeklatsch mit den „Helden“ meiner frühen Reporterjahre zusammen. Als erstes umarmte ich mich mit Roland Kopp. Der „Fummelkopp“ war A-Jugendspieler beim TuS Leopoldshöhe als ich meine Karriere als schreibender Reporter in der Leopoldshöher Lokalausgabe vom Westfalen-Blatt begann. Roland wechselte zu Arminia – ich übernahm dort die Stadionzeitung. Dann kam bei mir das Radio dazu; Roland war mittlerweile Besitzer eines Sportgeschäftes und rüstete mich fortan als Sponsor mit Sportklamotten aus. Inzwischen ist der einstige Dribbelkönig international im Beratergeschäft tätig.  Vermutlich bekannter als Rolands Name sind die der einstigen Arminia- und HSV-Größen Thomas Stratos, Thomas von Heesen und Jörg Bode, die ebenfalls zu uns stießen. Besonders herzlich fiel die Begrüßung mit „Strati“ aus, der zuletzt als Co-Trainer der griechischen  Nationalmannschaft gearbeitet hat. Wir sind seit einigen Jahren schon bei Facebook befreundet. „Jockel“ Bode wechselte von Arminia zum HSV unmittelbar bevor ich die Almpost übernahm, rechneten wir aus, deshalb kannte ich zwar ihn aber er mich nicht. Und Thommy von Heesen spielte noch beim HSV als ich nach Freiburg wechselte. Er grinste als ich ihn darauf hinwies, dass er bei meinem ersten offiziellen Radio-Spiel in neuer Rolle, beim 1:1 des HSV gegen den SC, das Tor für die Hamburger geschossen hatte. Als wir da am Tisch beim Kaffeetrinken waren, schaltete Roland Kopp spontan den damaligen Trainer telefonisch dazu. Ernst Middendorp, zurzeit Coach der Kaizer Chiefs aus Johannesburg, weilte gerade mit seiner Truppe an der Grenze zu Zimbabwe, ließ er uns wissen und hatte für jeden der Anwesenden einen netten Spruch parat. Ob ich denn noch nicht in Bremen wäre, wollte Ernst wissen und was ich glaube, wieviel Geld ein Fan am Abend für ein signiertes Trikot von Roland Koppe bezahlen würde. „Wenn wir eine Kiste Bier dazu packen erklärt sich bestimmt jemand bereit und nimmt das Trikot mit nach Hause“, vermutete ich. Roland bewies Humor und lachte mit. Dann erzählte er die Geschichte, wie Ernst Middendorp ihn auf ein DFB-Pokalspiel gegen den VfL Bochum „heiß“ gemacht hatte. Im Testspiel ein paar Tage vorher hatte sich Thomas Stratos den Arm gebrochen. „Roland, gegen Bochum spielst Du!“ hätte Ernst gesagt und ergänzt „Ich hab‘ ja keinen anderen.“ Wieder wurde kräftig gelacht und alte Zeiten wurden wachgerufen. Bald darauf ging es zum Sportplatz des VfL Schildesche. Auch hier gab es ein großes Hallo und eine Menge Umarmungen. Der einstige Fitnesstrainer der Arminia, Bruno Heine, war genauso da wie einstige Bundesligarößen des Clubs, etwa Detlev Schnier und Matthias Westerwinter. In Ehren ergraut und leider auch fast erblindet fand sich auch Werner Jöstingmeier ein – zu meiner aktiven Zeit als Arminia-Reporter war er Lokalsport-Chef beim Westfalen-Blatt.  Eigentlich war es wie ein Familientreffen; allerdings eines mit ernstem und traurigem Hintergrund. Auf den speziell für den Anlass produzierten grau-schwarzen Trikots war kunstvoll diskret das Konterfei von Mike Schürmann zu erkennen, auf dem Rücken stand sein Name und alle Trikots trugen die Nummer 23 – Mikes Nummer. Er ruhe in Frieden.
Ich bin stolz und glücklich dieser Arminia-Familie anzugehören und in meiner Heimat und bei meinem Heimatverein nicht vergessen zu sein. Ich hoffe, die SC-Fans sehen mir das nach. Es gibt halt zwei Fußball-Lieben in meinem Leben…
Während die Arminia-Profis von heute auch nächstes Jahr in der Zweiten Liga unterwegs sein werden und damit sehr gut leben können, wird der SC auch nächstes Jahr in der ersten Bundesliga unterwegs sein. Da kann es keine zwei Meinungen geben, auch wenn in Mainz und Bremen zuletzt verloren wurde und auch wenn die nächsten Gegner Dortmund und Leipzig heißen. Das ist meine feste Überzeugung.
Rückblickend auf das 1:2 vom Wochenende habe ich heute meine Kolumne für die Wochenzeitungen am Oberrhein verfasst. Hier ist sie im Wortlaut:

SC INTEAM
Als in der Presselounge des Weserstadions die Mannschaftsaufstellungen des SV Werder und des SC Freiburg die Runde machten und die Journalisten aus Nah und Fern versuchten, System in die Namenslisten zu bringen, staunten die wenigen medialen Begleiter des SC Freiburg im hohen Norden nicht schlecht. Schnell war man sich einig, dass Christian Streich in Bremen mit einer Dreier-Abwehrkette würde verteidigen lassen; eine Dreierkette mit den Bundesligafrischlingen Keven und Nico Schlotterbeck – oder gab es angesichts der preisgegebenen Namensliste noch eine andere Möglichkeit? Dann kündigte ein Onlinedienst eine Dreierkette mit dem 19-jährigen Nico als zentralem und damit Kommando führenden Mann an; nein, das konnte nicht stimmen. „Wenn, dann spielt Keven (21) zentral“ waren sich die Experten aus Südbaden schnell einig. So kam es dann auch. Vor dem Hintergrund zahlreicher verletzter Defensivspezialisten agierte der SC im Weserstadion mit drei Linksfüßen in der Innenverteidigung; zwischen Heintz und seinem jüngeren Bruder Nico agierte Keven Schlotterbeck als zentrales Glied der Abwehrkette. Er gehörte  am Ende zu den besten Freiburgern. An der defensiven Organisation und Sattelfestigkeit der im Kampf gegen Max Kruse und Co. taktisch klug gewählten 3-5-2-Formation lag es nämlich nicht, dass der Sport-Club beim favorisierten   Pokal-Halbfinalisten  Werder Bremen am Ende knapp mit 2:1 verlor. Die Freiburger Defensive verdiente sich – ganz unabhängig von ihrer mutigen personellen Besetzung – in Bremen ein Sonderlob. Das Manko war nicht die Defensive, auch nicht das im Weserstadion gegen druckvoll stürmende Werderaner gefragte schnelle Umschaltspiel der Gäste; Letzteres  gelang ab und an recht gut und führte auch zu Torchancen. Was der Mannschaft derzeit abgeht ist die Qualität, sich bietende Torgelegenheiten auch tatsächlich in Tore umzumünzen. Mit einer besseren Effektivität vor des Gegners Tor hätte es das 0:5 von Mainz nie gegeben, sondern vermutlich einen Sieg und auch in Bremen wäre der Sport-Club am Ende nicht mit leeren Händen dagestanden. Mit etwas mehr Konzentration und/oder Entschlossenheit – vielleicht auch mit etwas mehr Glück – hätten zum Beispiel Grifo und Niederlechner ihre Chancen nutzen und in Bremen treffen können. Nicht nur in der Defensive fehlen namhafte Leistungsträger, sondern auch vorne klafft eine Lücke.  Nils Petersen hat sie hinterlassen.  Petersens  Abschlussqualitäten fehlten zuletzt und werden leider  auch am Ostersonntag gegen Borussia Dortmund noch einmal fehlen. Gut und beruhigend ist, dass bereits 32 Punkte  auf dem Konto stehen und im tiefen Tabellenkeller Woche für Woche ein Schneckenrennen vonstatten geht. Alles wird gut. (Zitatende)

Ich wünsche Euch allen jetzt schon mal frohe Ostertage und dem SC am Sonntag einen Sahne-Tag und vielleicht eine Überraschung gegen den BVB. Das Tagebuch zum Oster-Kick folgt.